Idee

Die Sportvereinigung Besigheim (Spvgg) hatte im Jahr 2000 eine Vision.
Die Vision von einem Bewegungs- und Kommunikationszentrum. Ende 2004 wurde diese Vision Wirklichkeit. Neben den bestehenden sportlichen Anlagen der Stadt und der Spvgg Besigheim wurde ein Bewegungszentrum mit Fitnessraum/Gerätepark, Sporthalle, Tagungsraum, Sauna, Bistro, usw. errichtet.
Nichts Außergewöhnliches, schließlich werden sportliche Einrichtungen landauf landab erstellt. Auch in Kleinstädten wie dem baden-württembergischen Weinort Besigheim mit rund 10.000 Einwohnern, gelegen an Neckar und Enz. Und doch etwas Besonderes: Die Spvgg ging einen völlig neuen, unüblichen Weg.
Sie projektierte, baute und finanzierte nämlich angesichts knapper kommunaler Kassen und geringer öffentlicher Zuschüsse das Projekt selbst.

Die Spvgg hatte vor, eine sportliche und soziale Mitte zu schaffen, die nicht nur Vereinsmitgliedern, sondern der gesamten Besigheimer Bevölkerung, als ein Ort des Wohlfühlens und der Geborgenheit offen stehen sollte. Das Ziel war und ist es immer noch, ein Stabilisator sozialer Beziehungen in der Stadt Besigheim zu werden – über Generationen, Nationalitäten und Geschlechter hinweg. Das über 2 Millionen Euro umfassende Vorhaben geht sicherlich weit über die normalen Tätigkeiten eines Sportvereins hinaus. Wir sehen es jedoch als unsere Pflicht an, die Stadt Besigheim bei der Schaffung fehlender Hallenkapazitäten zu unterstützen.

Ein Vorhaben, das für einen Verein bisher eher ungewöhnlich war.

Hintergrund und Ausgangsidee

In dem Bewusstsein, dass Bewegungsmangel viele Volkskrankheiten verursacht, entwickelte ein 24-köpfiges Projektteam der Spvgg Besigheim die Idee zu einem Bewegungs- und Kommunikationszentrum. Schließlich wird von allen Seiten immer wieder über Volkskrankheiten geredet, doch es passiert noch zu wenig. „Mit unserem Projekt wollen wir einen Beitrag für die Gesundheit der Bevölkerung leisten.“ Die Sportvereinigung Besigheim will sich nicht nur als reiner Wettkampfbetrieb verstanden wissen, sondern sieht für den Verein die gesellschaftliche Aufgabe sich sozio-kulturell zu engagieren. Ein ganzheitliches Angebot, das die sozialen Aspekte über das sportliche Engagement hinaus stärker berücksichtigt, ist das Ziel.

Unsere Gesellschaft und mit ihr die Sportwelt hat sich in Deutschland in den letzten Jahrzehnten immens verändert. Gesundheit, Fitness und Spaß haben für die meisten Sporttreibenden heutzutage eine stärkere Bedeutung als Leistung und Geselligkeit. Deutlich erkennbar wird dies bei der Mitgliederentwicklung der Spvgg. 1980 waren 1338 Mitglieder in der Spvgg gemeldet, darunter waren ungefähr 900 Mitglieder den Wettkampfgruppen bzw. –abteilungen zuzuordnen. Heute hat der Verein ca. 2800 Mitglieder und zusätzlich noch rund 700 Mitglieder im Fitness- und Kommunikationszentrum (FitKom), die Zahl der Wettkampfsportler ist mit ungefähr 950 nahezu konstant geblieben. Der Zuwachs ist somit allein den Freizeit- und Gesundheitsgruppen vor allem im Kinder- und Seniorenbereich zuzuschreiben.

Die Nachfrage nach flexibleren Übungsstunden nimmt immer mehr zu. Menschen wollen sich nicht nur nach 18.00 Uhr sportlich betätigen sondern auch vormittags, nachmittags, am Wochenende und in den Ferien. Doch die meisten Vereine stoßen hier an ihre Grenzen, sei es finanziell, räumlich oder verwaltungsmäßig. Die Spvgg will mit dem FitKom den veränderten Anforderungen gerecht werden.

Zielsetzung

Das Projektteam machte sich nicht nur über die Angebots- und Nachfragestrukturen Gedanken, sondern befasste sich auch mit den Zielen, die ein heutiger moderner Verein zu erfüllen hat. Folgende Ziele wurden genannt:

  • Eine überwiegend sitzende Bevölkerung zum lebenslangen Sporttreiben aktivieren
  • die Freude am gemeinsamen Sporttreiben und Handeln vermitteln
  • eine stärkere Rolle bei der Gesundheitsvorsorge einnehmen
  • ein Stabilisator sozialer Beziehungen – über Geschlechter und Generationen hinweg – sein
  • auf veränderte Familienstrukturen und zunehmende Mobilität vieler Menschen reagieren
  • ein reichhaltiges Bewährungsfeld für Talente und für Engagement bieten
  • für unsere Jugend über den Sport hinaus ein soziales Umfeld bieten

Aufgrund dieser Zielsetzung entstand die Vision des Bewegungs- und Kommunikationszentrums. Von Anfang an war den Verantwortlichen wichtig, das Projekt über den eigenen Tellerrand zu sehen. Das bedeutet auch Kooperationen mit Kindergärten und Schulen, Krankenkassen, Betrieben, anderen Vereinen, Verbänden und Instiotutionen.

Durchführung

Ausgangspunkt des Bewegungs- und Kommunikationszentrums war eine Klausurtagung der Turnabteilung im Herbst 2000. Man machte sich Gedanken über die Zukunft des Vereins. Zahlreiche Ideen, Vorschläge und Visionen wurden angesprochen und schließlich beschloss man ein Projektteam ins Leben zu rufen. Ein Jahr lang nahm ein 24köpfiges Team das Thema „Zukunft“ genauer unter die Lupe und erarbeitete eine Vielzahl von Lösungsvorschlägen aus. Diese Vorschläge wurden den Vereinsmitgliedern, aber auch der Öffentlichkeit vorgestellt. Dies führte letztendlich dazu, dass der Verein im Frühjahr 2002 beschloss, ein Planungsteam einzusetzen, dass die Planung einer vereinseigenen Anlage voranbringen soll. Zahlreiche Besprechungen, Sitzungen und Besichtigungen folgten. Pläne wurden erarbeitet, verändert, verworfen und die optimale Lösung letztendlich gefunden. Diese Lösung stellte das 7köpfige Planungsteam in diesem Frühjahr den Vereinsmitgliedern vor und mit großer Mehrheit stimmte die Hauptversammlung der Spvgg am 29. März dem Bauvorhaben zu. Nachdem anschließend der Besigheimer Gemeinderat eine Ausfallbürgschaft beschloss, konnte der Bauantrag beim Landratsamt gestellt werden. Nun stand dem Spatenstich Anfang Oktober nichts mehr im Wege und man hoffte, die Anlage Ende 2004 eröffnen zu können.

Damals arbeiten neben dem Planungsteam mehrere Ausschüsse, um das Projekt mit Leben zu füllen. So gab es Arbeitskreise, die sich mit Sponsoring-, sowie Angebots- und Ausstattungsmöglichkeiten beschäftigten. Ein wichtiger Arbeitskreis machte sich über die Umsetzung der Kooperationen mit den örtlichen Schulen, Kindergärten, Vereinen und Firmen konkrete Gedanken. Insgesamt waren über 40 Mitglieder und Besigheimer Bürger dabei, um die Vision Wirklichkeit werden zu lassen.

Beim Spatenstich wurde der Name des Zentrums „FitKom“ bekannt gegeben. Dieser Name wurde über einen Namenswettbewerb gefunden. Insgesamt gingen 93 Vorschläge ein. Unterstützt wurde der Verein von der hiesigen Zeitung, so dass auch hierbei die gesamte Bevölkerung einbezogen werden konnte.