Chronik Spvgg Besigheim Abt. Fußball

100 Jahre Fußball in Besigheim

 

1914 Im Januar 1914 gründet Theodor Schneider den Schwimm- und Sportverein (SSV) Besigheim, mit einer Schwimm- und einer Fußballabteilung. Das erste Fußballspiel findet am 8.2.1914 in Feuerbach unter dem Namen SSV Besigheim statt. Das Resultat ist leider nicht bekannt. Die ersten Trikots waren nicht blau-weiß sondern rot-schwarz gestreift. 14 Spieler gehörten der ersten Mannschaft an. Dies waren Eugen Aichinger, Gustav Eichinger, Wilhelm Bender, Fritz Blankenhorn, Eugen Frank, Adolf Friedrich, Christian Geist, Gustav Käser, Otto Kunz, Hermann Saussele, Albert Scheck, Eugen Schlipf, Fritz Scholl und Albert Unkel, Spielführer war Christian Geist. Als erster Ballwart fungierte Eugen Frank. Das Spielfeld des SSV Besigheim befand sich auf der Ottmarsheimer Höhe. Der Beginn des 1. Weltkrieges am 2.8.14 beendete jäh das angefangene Vereinsleben.

1919 Am 27.9.1919 fand auf Betreiben des Vereinsgründers Th. Schneider nach dem Krieg wieder eine Zusammenkunft statt, an der sich 15 Mitglieder beteiligten. Am 2.11.1919 wurden auf dem alten Sportplatz Ottmarsheimer Höhe die ersten Spiele gegen die 2. und 3. Mannschaft von Bissingen ausgetragen. Die 1. Mannschaft gewann 4:2 während sich die  Reserve 3:3 trennte. Bei jedem Heimspiel mussten nun zum Spielfeld auf der Ottmarsheimer Höhe die Tore hingetragen, aufgebaut und nach dem Spiel wieder abgebaut und zu Wied bei der Pumpstation getragen werden.   

1920 Erstmals wird am 22.2.1920 eine Jugendmannschaft erwähnt, die an diesem Tag in Gemmrigheim mit 7:0 gewann. Am 16.5.1920 wurde der neue Sportplatz auf den Gänswiesen mit einem Spiel gegen den SV Germania Bietigheim eingeweiht (Ergebnis unbekannt). Am 5.9.1920 brach dann nach der Aufnahme in den Süddeutschen Fußballverband eine neue Ära des SSV an. Das erste Punktspiel in der B-Klasse fand gleich gegen die Mannschaft aus Gemmrigheim statt und wurde mit 3:0 gewonnen.

1923 Die erste Inflation stellte den Kassier vor schwierige Probleme. Monatlich musste der Beitrag neu festgelegt werden. Der höchste Mitgliedsbeitrag wurde im August erhoben, und zwar hatten die Aktiven 300.000,00 Mark und die Jugendlichen 100.000,00 Mark zu bezahlen.

1925 Die Fußballabteilung wurde gespalten, als der damalige Turn- und Sportverein (TSV) Besigheim ebenfalls eine Fußballabteilung gründete und einige Fußballkameraden dorthin wechselten. Der SSV war beim DFB und der TSV bei der Freien Turnerschaft. Der SSV schafft in diesem Jahr den Aufstieg in die A-Klasse. Die Reisen zu den Spielen gingen bereits damals  bis ins Hohenloher Land nach Öhringen, Schwäbisch Hall, Möckmühl und Roigheim, wozu ausschließlich der Zug benutzt wurde.

1926 Am 19.9.1926 konnte der zweite Sportplatz in der Verlängerung des ersten Platzes eingeweiht werden.

1933 Die Fußballabteilungen des SSV und des TSV vereinigten sich wieder im SSV Besigheim und bildeten eine schlagkräftige Mannschaft.

1935 Im Spieljahr 1934/35 konnte der SSV Besigheim die Staffelmeisterschaft in der A-Klasse erringen, scheiterte aber in den Aufstiegsspielen zur Bezirksliga. In den folgenden Jahren war man immer in der Spitzengruppe der A-Klasse, die in Kreisklasse 1 umbenannt worden war. Eine Blütezeit erlebte die Jugend zum Beginn der 30er Jahre. Die A-Jugend sicherte sich über mehrere Jahre ununterbrochen die Meisterschaften in Ihrer Staffel.

1939 Nachdem vom 25. auf den 26. August 1939 die Einberufungen zum Heeresdienst für den 2. Weltkrieg erfolgten, war davon die ganze 1. Mannschaft und Teile der Reserve betroffen. Der Spielbetrieb wurde vorübergehend eingestellt und erst wieder am 17.9.1939 aufgenommen. Wegen den immer weniger werdenden Vereinen im Bezirk wurde ein Antrag auf Aufnahme in die Bezirksklasse gestellt um einen ordentlichen Spielbetrieb zu bekommen, der auch genehmigt wurde.

1940 Nachdem immer mehr Vereine aufgesteckt hatten, wurde auch beim SSV durch die Abmeldung am  4.10.1940 vorerst ein Schlussstrich unter das Kapitel Fußball gezogen. Die Jugend spielte noch bis zum Frühjahr 1944.

1945 Nach dem Krieg war nicht sofort an einen Neubeginn zu denken. 16 aktive Spieler und 5 Jugendspieler waren gefallen, dazu ist noch eine Anzahl von Schwerbeschädigten zu rechnen. Am 23.9.1945 war es dann doch wieder soweit, dass eine Mannschaft in Löchgau antreten konnte. Eine vom FV Kirchheim arrangierte Spielrunde, die sogenannte Zigarrenrunde, konnte  Besigheim als Sieger beenden und die von Kirchheim gestifteten 100 Zigarren, damals eine Rarität, in Empfang nehmen.

1946 Am 31.1.1946 wurde bei der US-Militärregierung ein Antrag auf Wiederzulassung des Vereins SSV Besigheim gestellt und am 26.2. genehmigt. Die von der Militärregierung genehmigten 4 Funktionäre beim SSV waren Karl Aichinger, Otto Lechler, Karl Fellger und Josef Schöneberger. Spieler versammlungen und Spiele mussten von der Militärregierung genehmigt werden und zwar für jede Veranstaltung gesondert.

In der Hauptversammlung des SSV Besigheim am 14.4.1946, bei 63 anwesenden Mitgliedern, entwickelte sich die Neigung zu einem Zusammenschluss mit der Turngemeinde Besigheim, was schließlich am 27.7.1946 zu der Sportvereinigung (Spvgg) Besigheim führte.

1952 Nach Ende der Saison 1951/52 war man ungeschlagen mit 32:4 Punkten und 74:19 Toren Staffelmeister in der B-Klasse und konnte in den Aufstiegsspielen mit einem 3:1 Erfolg gegen Oßweil im entscheidenden Spiel in Benningen den Aufstieg in die A-Klasse feiern.

1957 Die Spvgg-A-Jugend erreicht in diesem Jahr das Viertelfinale um die Württembergische Meisterschaft. Der größte Erfolg in der Geschichte des Besigheimer Jugendfußballs.  

1958 Abstieg aus der A-Klasse in die B-Klasse.

1960 Wiederaufstieg aus der B-Klasse in die A-Klasse mit 9 Punkten Vorsprung auf den Vizemeister.

1964 Bezirkspokalsieger des Bezirks Enz-Murr durch einen 1:0 Erfolg in Beihingen gegen Grünbühl. Erstmals finden sich ehemalige aktive Fußballer zusammen und gründen eine Seniorenmannschaft.      

1965 Unter der bewährten Leitung des Besigheimer Trainers Paul Maier (vom VfB Stuttgart) gelang der 1. Mannschaft mit 82:34 Toren und 44:12 Punkten in der A-Klasse die Meisterschaft und damit der Aufstieg in die II. Amateurliga. Der bis dahin größte Erfolg einer Besigheimer Fußball-mannschaft. Auch die Reserve wurde mit 101:38 Toren und 45:7 Punkten in der Reserverunde Staffelmeister.

Am 15.5.1965 wurde mit einem Spiel gegen die süddeutsche Traditionself mit Fußballgrößen wie Fritz Walter das Gustav-Siegle-Stadion eingeweiht. Das Spiel endete mit 1:5 für die Gäste.

1972 Beim ersten NEB-Turnier in Erligheim gelang der Spvgg Besigheim auf Anhieb gleich der erste Turniersieg, dem noch viele folgend sollten. Die Fußballsenioren verstärken ihren Spielbetrieb und sind auch bei Hallenturnieren ein gefürchteter Gegner.

1976 Nach elf Jahren in der II. Amateurliga musste man zum Ende der Saison 1975/76 in den sauren Apfel des Abstiegs in die A-Klasse beißen.

1979 Unter Trainer Gert Petratschek aus Kornwestheim gelang mit 46:14 Punkten der Aufstieg in die II. Amateurliga bzw. künftige Landesliga. Der Paradesturm mit Rolf Heinz (15 Tore), Gerhard Mugrauer (13 Tore) und Willi Schaupp (10 Tore) hatte maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg. In diesem Jahr schafften fünf  A-Jugendliche auf Anhieb den Sprung in das Landesligateam. Sie zählten lange Jahre zu den Stützen dieser erfolgreichsten Mannschaft der Spvgg.

1984  Im Jugendfußball gelang wieder der Anschluss an die führenden Vereine im Bezirk. Es wurden Staffelsiege und Aufstiege in die jeweilige Leistungsstaffel erreicht.

Die Fußballsenioren erringen erstmals die Bezirksmeisterschaft. 1986, 1987 und 1988 konnte dieser Titel ebenfalls errungen werden.

1985 Die 2. Mannschaft, die nach dem Ende der Reserverunden 1983 der Kreisliga B zugeteilt worden war, erringt unter ihrem Betreuer Bernhard Spahn die Meisterschaft und steigt in die Kreis- liga A auf, die höchsten Spielklasse in der eine 2. Mannschaft der Spvgg spielen sollte.

Abteilungsleiter Matthias Kleinert organisiert am 17.7.1985 zum ersten Mal eine Wohltätig-keitsveranstaltung im Gustav-Sieglestadion mit einem Prominentenspiel sowie einer Begegnung zwischen der Spvgg und den Stuttgarter Kickers. Ca. 4000 Zuschauern waren im Stadion. Der Erlös von 18.000,00 DM ging an verschiedenen wohltätige Organisationen.

Im November 1985 wurde der neue Kunstrasenplatz „Am Linnbrünnele“ mit Flutlichtanlage seiner Bestimmung übergeben. Dies war in der weiteren Umgebung das erste Spielfeld dieser Art und machte die Besigheimer Fußballer weitgehend unabhängig von der Witterung.

1987 Abstieg der 1. Mannschaft aus der Landesliga in die Bezirksliga. Damit endete die bezirksübergreifende Zeit der Spvgg im Fußball.

Die C-Jugend steigt in die Bezirksstaffel auf. Die Fußballsenioren kommen unter die besten acht Mannschaft in Württemberg.

Am 13.9.87 wurde die zweite Wohltätigkeitsveranstaltung im Gustav-Siegle-Stadion durchgeführt. Der Erlös von diesmal sogar  20.000,00 DM ging wieder an verschiedene wohltätige Organisationen.   

1988 Die Spvgg gewinnt zum 10. Mal das NEB-Turnier.

1989 Die 2. Mannschaft steigt aus der Kreisliga A wieder in die Kreisliga B ab. Dagegen steigt die B-Jugend nach dem Staffelsiegin der Leistungsstaffel  in die Bezirksstaffel auf. Im Bezirkspokal erreicht sie das Viertelfinale und die D1 erreicht das Halbfinale des Bezirkspokals.

1994 Die Fußballer erhalten einen Vereinsbus der voll über Werbung finanziert wurde und die Fahrten der Jugend als auch der Aktiven zu den Auswärtsspielen deutlich erleichterte.

1995 Im Vorgriff auf die sich abzeichnende Sanierung des Gustav-Siegle-Stadions wurde unter kräftiger Mitthilfe der Mitglieder der Fußballabteilung und anderer Abteilungen der Spvgg von der Stadt an beiden Spielfeldern eine Flutlichtanlage eingebaut.

1997 Die 1. Mannschaft kann im Relegationsspiel vor rd. 1.000 Zuschauern in Freudental gegen den FV Sönmez Bietigheim mit einem 3:1-Sieg den Abstieg aus der Bezirksliga vermeiden.

Beim Kameradschaftsabend im Januar 1997 wird der bisherige Abteilungsleiter Matthias Kleinert (1978 – 1996) von seinem Nachfolger Jürgen Schrempf zum Ehrenpräsidenten der Fußballabteilung ernannt.

1998  Der noch 1997 vermiedene Abstieg aus der Bezirksliga kam ein Jahr später und die Mannschaft stieg in die Kreisliga A ab, dem vorläufigen Tiefpunkt in der jüngeren Geschichte der Spvgg.

Der Jugendbereich erhielt in diesem Jahr den DFB-Förderpreis 1998, die WFV-Auszeichnung für gute Jugendarbeit, den Totto-Lotto-Förderpreis 1998, den Fair-Play-Preis für vorbildliches Verhalten eines Spielers 1998 und den Karl-Mommer-Preis 1998.

Beginn der Partnerschafft mit dem GS Villa Milano im Jugendbereich.

1999 Am 12. Juni wird das sanierte Gustav-Siegle-Stadion eingeweiht. Mit dem Gastspiel des Bundesligisten  VfB-Stuttgart am 2. August wird auch das Spielfeld vom Fußball in Besitz genommen. Der in Bestbesetzung angetretene VfB siegt vor ca. 3.000 Zuschauern standesgemäß gegen die Besigheimer mit 9:0 Toren.

Gleich zu Beginn des Jahres 1999 wurde in der Neckarhalle mit dem 25. Hallenturnier die Ära des Hallenfußballs in Besigheim beendet. Dieses Hallenturnier war eines der ersten im Fußballbezirk Enz-Murr.

2001 Nachdem man 2000 nur wegen des schlechteren Torverhältnisses gegenüber der 1. Mann-schaft des FSV 08 Bissingen den Aufstieg in die Bezirksliga verpasst hatte, gelang in der folgenden Saison mit 60 Punkten und 65:18 Toren die überzeugende Rückkehr in die Bezirksliga. Prunkstück der Mannschaft war die Defensive, die in 26 Spielen nur 18 Gegentore zuließ.

2003 Vor 500 Zuschauern bereit sich im Gustav-Siegle-Stadion die griechische Mannschaft Panathinaikos Athen auf ihr Champions-League-Spiel beim VfB Stuttgart vor.

2004 Die D-Jugend spielt in der Bezirksstaffel.

2005 Die Jugend hat 13 Mannschaften im Spielbetrieb und drei Staffelmeister.

2006 Fertigstellung des Bewirtungskiosks im Bereich des Gustav-Siegle-Stadion unter der Leitung von Jürgen Stenzel. 1. Neckar-Enz-Juniorcup mit 180 Gästen aus England „Newton Abbot 66“.

2007 Das in die Jahre gekommene Kunstrasenspielfeld wird saniert und erhält einen neuen Kunstrasen der neueren Generation. Vorher haben die Fußballmitglieder die Außenanlagen des Kunstrasenplatzes auf Vordermann gebracht.

2008 Abstieg aus der Bezirksliga. Im Relegationsspiel in Bönnigheim vor rd. 600 Zuschauern gegen den TSV Merklingen musste man kurz vor Spielende das 0:1 hinnehmen, was den Abstieg in die Kreisliga A bedeutete.

2009 Die C-Junioren spielen in der Bezirksstaffel. Erstmals wird im Gustav-Siegle-Stadion das traditionsreiche Internationale E-Jugend-Turnier um den KSK-Cup mit zahlreichen Nachwuchs-mannschaften von Bundesligisten sowie aus der Schweiz und Österreich ausgetragen. 

2010 Wegen Spielermangel muss die 2. Mannschaft aus der Kreisliga B zurückgezogen werden und spielt künftig in der Kreisliga C. Ein weiterer Tiefpunkt in der Besigheimer Fußballgeschichte.

Im Aktivenbereich sind von 41 Spielern 28 Spieler aus der eigenen Jugend, eine klare Trendwende im Besigheimer Fußball, der künftig hauptsächlich auf die eigenen Jugendspieler setzt, auch wenn sich nicht gleich der sportliche Erfolg in Form von Meisterschaften und Aufstieg einstellt.

Beim Kunstrassenplatz „Am Linnbrünnele“ wird unter Leitung von Denis Pidutti u. Jürgen Stenzel das Funktionsgebäude unter Mithilfe der Stadt Besigheim errichtet.

2012 Im Jubiläumsjahr zum 125-jährigen Bestehen der Spvgg Besigheim ist der 2. Mannschaft die Rückkehr in die Kreisliga B gelungen. Der Gegner im angesetzten Relegationsspiel VfB Vaihingen 2 ist zu diesem Spiel nicht angetreten und somit ist der Aufstieg kampflos erfolgt.

2013 Die 1. Mannschaft erringt bei 42. NEB-Turnier in Kirchheim mit einem 2:0 Sieg gegen den Bezirksligisten FV Löchgau 2 zum 14. Mal den Sieg und ist weiterhin Rekordsieger bei dieser jährlichen Fußballveranstaltung.

2014 Im Jubiläumsjahr 2014 spielen die 1. Mannschaft in der Kreisliga A und die 2. Mannschaft in der Kreisliga B. Die 1. Mannschaft belegt zur Winterpause den 2. Tabellenplatz und die 2. Mannschaft den 8. Tabellenplatz. Im Jugendbereich nehmen 11 Jugendmannschaften am Spielbetrieb des WFV teil. Aushängeschilder sind die B-Junioren in der Kreisleistungsstaffel und die C1-Junioren, die zur Winterpause Tabellenführer in ihrer Kreisklasse sind.

Die Fußballabteilung zählt zum Beginn des Jubiläumsjahres 14 weibliche und 360 männliche, also 374 Mitglieder.

 

 

 

 Bilder vom Jugendfußball gibts hier!